Vancouver Island empfing uns nach der Überfahrt von Tsawassen nach Swartz Bay mit trübem regnerischen Wetter das uns leider auch den Aufenthalt in Victoria, der Haupstadt Vancouver Islands und Regierungssitz British Columbias vermieste. Prachtvolle Bauten entlang des Hafens unterstreichen die Bedeutung dieser Stadt.
Nach einer Wanderung im Goldstream Provincial Park, ging die Fahrt weiter auf dem Trans Canada Highway Richtung Parksville.
Unterwegs trifft man auf die "Stadt der Totempfähle" Duncan. In diesem typischen Provinzkaff dreht sich alles um diese Art indianischer Kunst. Über das Sadtgebiet verteilt befinden sich einige Totempfähle. Gelbe Fußspuren auf dem Bürgersteig führen als Rundgang zu allen Totempfählen.
Ein paar Kilometer weiter bietet auch das nächste Provinzkaff Freiluftkunst in Form von Wandgemälden (Murals). Demzufolge nennt sich Chemainus auch die Hauptstadt der Murals. Der Stadtnamen Chemainus leitet sich von dem Namen des Indianerstamm her, der in der Nähe der Stadt sein Reservat hat. Ähnlich wie auch in Duncan führen gelbe Fußspuren zu den wichtigsten Murals, allerdings nicht so schön als Rundgang. Über 30 zum Teil mehrere Meter lange Bilder mit Motiven aus der geschichtlichen Vergangenheit des Ortes schmücken die Hauswände und bieten tolle Fotomotive.
Von Parksville aus zweigt der Highway 4 ab, der uns über Port Alberni in den Pacific Rim Nationalpark an der Pazifikküste bringen sollte. In der Nähe von Parksville laden die Provincial Parks Englishman River Falls, Little Qualicum Park sowie der McMillan Park zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Während bei den Englishman River Falls und dem Little Qualicum Park Stromschnellen und kleine Wasserfälle die Wanderungen abwechslungsreich machen, dominieren im McMillan Park riesige Regenwaldbäume im Urwald das Landschaftsbild.
Einen der letzten Stellplätze fanden wir in dem kleinen Campground am Stamp River in der Nähe von Port Alberni, der für seine vielen Lachs bekannt ist. Entlang den zum Teil künstlich angelegten Fischtreppen kann man Lachse in ihren Versuchen beobachten die Hindernisse in Form reißender Stromschnellen und kleiner Wasserfällen springend zu überwinden. Das ganze sieht oftmals nach reinem Selbstmord aus. Spätestens dann, wenn der Bär im Fluss steht und nur das Maul aufzureißen braucht ist es das auch.
Im Visitorcenter in Port Alberni erhielten wir dann auch einen guten Tipp, wo und zu welcher Uhrzeit etwa Schwarzbären zu beobachten seien. Zu der frühen Morgenstunde war leider auch noch der Himmel regenverhangen - aber trotzdem, kurz vor der angegeben Zeit trotteten 2 Bären auf der anderen Seite des Flusses aus dem Gebüsch und spielten.
Die oftmals als touristische Highlights beschriebenen Orte Ucluelet und Tofino im Pacific Rim Nationalpark haben mich nicht gerade "vom Hocker gerissen", was natürlich auch am regnerischen Wetter gelegen haben dürfte. So war auch die Wanderung vom Shooner Cove zum viel gelobten Long Beach eine sehr feuchte Angelegenheit, wenngleich der Trail als Bohlenweg durch den Regenwald sehr schön ist.
Da zudem Tofino recht teuer und Ucluelet etwas verwahrlost ist, haben wir recht bald wieder den Weg in den Norden angetreten, wo dann auch das Wetter um einiges besser wurde.
Über Parksville führte uns der Highway 19 nach Campbell River der "Welthauptstadt des Lachsfangs". Auch dieser Titel ist wieder einmal eine typische kanadische Art zu übertreiben. Hätten wir es nicht im Reiseführer gelesen, hätten wir es vor Ort sicherlich nicht feststellen können. Am Hafen gibt es eine große Mole, an der Angler ihrer Leidenschaft nachgehen können. Ansonsten ist von einer Lachshauptstadt nicht viel zu bemerken. Erst auf Nachfrage im Visitorcenter, habe ich dann ein Fischgeschäft gefunden, um einen Vorrat an diesem köstlichen Wildlachs einzukaufen. Wer solchen Lachs einmal gegessen hat, wird vermutlich nie wieder einen dieser fetten Zuchtlachse essen, die wir in Deutschland kaufen können.
In der Nähe von Campbell River befindet sich der Elk Falls Provincial Park. Unser Stellplatz lag direkt in Ufernähe des Flusses - richtig romantisch. Der sehr schöne Trail durch den Provincial Park wurde durch einen großen Energiekonzern gesponsort, der entlang des Flusses einige Wasserkraftwerke betreibt. Auch das ist eine Möglichkeit praktizierten und der Allgemeinheit zugute kommenden Umweltschutzes.
So regnerisch uns das Wetter bei unserer Ankunft in Swartz Bay empfangen hat, so regnerisch war auch unsere Abreise mit der Fähre von Nanaimo nach Horseshoe Bay - einer Ortschaft im Nordwesten Vancouvers.






