Blick auf Tamariu

Wenige Kilometer hinter der spanisch / französischen Grenze unweit von Palafrugell liegt malerisch in eine kleine Bucht eingebettet das Dörfchen Tamariu. Umrahmt von steil aufragenden Hügeln, bietet diese Ortschaft für Expansionen keinen Platz, so daß es im Vergleich zu anderen Küstenorten an der Costa Brava richtig ruhig und beschaulich zugeht. Große Hotelanlagen fehlen gänzlich. Die Unterkunftsmöglichkeiten bestehen in Tamariu in ein paar kleinen Hotels sowie in ein paar Appartementhäusern.

Tamariu

Sehr eng gehts es überall zu. Sei es in den kleinen Restaurants, den Straßen Tamarius oder auf der Tauchbasis - zusammenrücken ist immer angesagt. Dies ist aber auch der Grund, der den besonderen Flair und die Gemütlichkeit Tamarius auszeichnet. Dies wissen aber nicht nur die ausländischen Gäste zu schätzen. Besonders an den Wochenenden und den Ferien zieht es viele geplagte Großstädter aus dem Ballungsraum Barcelonas hierher in ihre Ferienhäuser oder in die Appartements. Dann herrscht auch in Tamariu reges Treiben. So richtig voll kann es werden, wenn Tauchgäste im nahegelegenen Estartit keinen Platz mehr auf einem der Tauchschiffe bekommen und auch noch in Tamariu einfallen.

Sepien

Die Tauchbasis von "Stolli" gibt es bereits seit über 30 Jahren in Tamariu. Er zeichnet sich damit als Pionier in Sachen Tauchen an der spanischen Mittelmeerküste aus. Die Basis ist relativ klein und wie alles in Tamariu auch ziemlich beengt. Kurz vor und nach den Tauchausfahrten mit der "Gabriela" geht es auf der Basis hoch her, so daß Buchttaucher diese Zeiten besser meiden.

Wer es gerne individuell und ohne Trubel mag, kann in der Bucht wunderschöne Tauchgänge machen. Gerade diese Bucht ist ein Eldorado für Makrofotografen. Auf unseren Tauchgängen vor der Haustüre Tamarius fanden wir so ziemlich alles, was das westliche Mittelmeer den Tauchern zu bieten hat. Von Seepferdchen über Oktopusse, Sepien bis hin zu Gabeldorschen und Muränen ist alles zu finden was das Herz begehrt.

Nacktschnecke

Es gibt viele Nacktschnecken, Schwärme von Goldstriemen und Knurrhähne über Sandgrund. Es gibt Seeanemonen, ausgedehnte Seegrasfelder und tief in den Fels gegrabene Canyons. Hier kommt beim Tauchen Freude auf und langweilig wird es einem so schnell auch nicht. Die Tauchtiefen in der Bucht sind moderat und (nicht nur) für Tauchbeginner geeignet. Wer es gerne tiefer mag, kann mit dem Tauchkutter die vorgelagerten Riffe erkunden, wo man auch noch wunderschöne Gorgonienfelder findet. Großfisch ist aber auch hier eher die Ausnahme.

Küstenabschnitt Costa Brava

Seit ich in den späten 60'er Jahren als Kind mit meinen Eltern zum ersten Mal die Costa Brava bereiste, hat sich sehr viel getan. Was den Bauboom der 70'er und 80'er - Jahre anbelangt leider sehr viel Negatives. Viele Küstenorte an der Costa Brava sind zwischenzeitlich durch Hotelburgen zubetoniert. Die kleinen gemütlichen Restaurants mit echten spanischen Spezialitäten findet man immer seltener und auch die spanische Gemütlichkeit ist vielerorts ziwschenzeitlich einer betriebsamen Hektik gewichen. Um so erfreulicher ist es, wenn man noch irgendwo solche kleine Ortschaften wie Tamariu findet.

Peratellada

Wer dem Touristentrubel entfliehen möchte, wird im Hinterland der Costa Brava fündig. Kleine mittelalterlich anmutende Dörfer wie z.B. Pals oder Peratellada laden mit fotografischen Highlights zum Bummeln außerhalb der Touristenmetropolen ein. Hier findet man sie auch noch, die ruhige Gelassenheit und die herzliche Gastfreundschaft der Spanier und nicht zuletzt auch noch die typische herzhafte und schmackhafte Küche der Region, die so manchen guten Vorsatz zunichte macht. Ausgedehnte Spaziergänge an der mancherorts noch vorhandenen wild romantischen Küste lassen die Pfunde dann auch wieder schmelzen.

Pals

Nach einigen Jahren "spanischer Abstinenz" und frei nach dem Motto "Back to the Roots" hat mir der Trip an die Costa Brava gezeigt, daß es sie immer noch gibt, die kleinen Geheimtips - Inseln der Ruhe in einem Meer voll hektischer Betriebsamkeit. Das Reiseziel Spanien kann immer noch attraktiv sein, vorausgesetzt man weiß wo man danach suchen muß.

Wer nach diesem Bericht Lust auf Tamariu bekommen hat, kann sich weitere Auskünfte auf der Homepage von Stollis Tauchbasis holen, bzw. sich dort auch einbuchen.