Hafen Peggys Cove

Wer an Kanada denkt, denkt an Rocky Mountains, Wildniss, endlose Wälder, grandiose Natur und denkt vor allem an den Westen Kanadas. Doch auch der Osten Kanadas kann sich sehen lassen.

Auf Nova Scotia (Neuschottland) befindet sich die Provinzhauptstadt Hallifax, die vor allem im 2. Weltkrieg als größter Kriegshafen der kanadischen Streitkräfte eine große Bedeutung Inne hatte. Wer von Europa aus nach Kanada auswanderte, wurde über Pier 21 ins Land gelassen und von dort sofort per Bahn weiter transportiert.

Hafen von Hallifax mit Skyline

Heute präsentiert sich Hallifax als eine moderne und betriebsame Provinzhauptstadt. Der Hafen ist eine Touristenattraktion, genauso wie die wenige Meter vom Hafen auf einem Hügel entfernt liegende Zitadelle. Wer plant auf Tour durch Nova Scotia und / oder Cape Breton zu gehen, sollte sich in Hallifax noch mit den wichtigsten Dingen des Lebens eindecken.

Verläßt man den Großraum Hallifax fällt dem Europäer sofort die "unendliche Weite" und die klare Luft auf, die man so von Europa her nicht gewohnt ist. Auch wenn dieser Teil Kanadas touristisch noch nicht so erschlossen ist wie der Westen Kanadas, so bemüht man sich. Über die recht häufig anzutreffenden Visitors Information Center kann man kostenloses Kartenmaterial und wichtige Tipps zur Routenplanung und zu Sehenswürdigkeiten der jeweiligen Region bekommen.

Blick über die Küstenlandschaft Nova Scotias

Rund um Nova Scotia und Cape Breton verlaufen Straßen, die in Trails aufgeteilt sind. Diese Trails sind entsprechend ausgeschildert und bieten eine touristische Infrastruktur in Form von Aussichtspunkten, Picknickplätzen, Museen oder Campgrounds. Auch finden sich entlang dieser Trails in größeren Ansiedlungen Supermärkte.

Die Campkultur über dem "großen Teich" unterscheidet sich erheblich von europäischen Standards. Beschränkt sich der europäische Campurlauber i.d.R. darauf, sein Zelt an irgendeinem bestimmten Punkt für ein bis zwei Wochen aufzuschlagen und anschließend wieder nach Hause zu fahren, fährt man in Kanada mit großen Motorhomes quer durchs Land und bleibt lediglich für ein paar Tage am selben Ort.

Treibholz am Strand

An den Campgrounds befinden sich selten Restaurants, so daß Selbstverpflegung die Regel ist. Auch liegen die Campgrounds i.d.R weit außerhalb irgendwelcher Ansiedlungen, so daß ein Fußmarsch in die nächste Ortschaft schon eine längere Wanderung sein kann. Auch preislich unterscheiden sich die Campgrounds deutlich von denen in Europa. Ein Motorhome-Stellplatz mit Wasser, Abwasser und Stromanschluß kostet für 2 Erwachsene incl. Fahrzeug etwa 10 bis 15 Euro pro Übernachtung (Stand August 2000).

Das Wichtigste was einem der Osten Kanadas als Urlauber zu bieten hat, ist unberührte Natur. Und unberührt ist wörtlich zu nehmen. Die Möglichkeiten einfach zu Fuß auf einer Wanderung die Natur zu genießen sind eher selten und beschränken sich auf speziell angelegte Hickingtrails. Ansonsten präsentieren sich die Wälder als undurchdringlicher Dschungel. Was zunächst wie ein Nachteil klingt, ist eher als Vorteil zu betrachten. Wild lebende Tiere haben so noch genügend natürlichen Lebensraum.

Elchkuh in der Morgensonne

Insgesamt zeigen die Tiere wenig scheu vor den Menschen und so kann es durchaus vorkommen, daß man von einem Eichhörnchen mit einem Tannenzapfen beworfen oder lauthals beschimpft wird. Frühaufsteher können mit ein wenig Glück Elche bei der Morgengymnastik beobachten. Räumt man Abends seine Lebensmittel nicht weg, kann es passieren, daß Bären sich an den Resten gütlich tun. Seefeste Naturen können auf Walewatchingtouren Wale, Delphine oder Seehunde beobachten.

Tauchboot von Marlin Tauchservice

Als Taucher interessiert natürlich vor allem die Unterwasserwelt. Auch wenn es auf Nova Scotia und Cape Breton zahlreiche Füllstationen und Tauchshops gibt, gibt es eigentlich nur zwei Tauchbasen, die mit der nötigen Professionalität an die Sache herangehen. Neben Joes Tauchshop in Lunenburg (Nova Scotia) ist für deutschsprachige Taucher vor allem Vollmers Island Paradies auf Janvrins Island (Cape Breton) die erste Adresse.

Ein umgerüstetes Fischerboot bringt die Taucher zu den einzelnen Spots, die zwischen 45 Minuten und 2 Stunden Bootsfahrt entfernt liegen. Echolot, GPS und Sonar ermöglichen das exakte Auffinden der Tauchgründe, die ansonsten größtenteils mit Bojen markiert sind.

Am Wrack des Öltankers Arrows

Zu den Highlights gehört zweifelsohne das "Hausriff". Es handelt sich hierbei um einen Öltanker der 1970 auf ein Riff auflief und sank. Die "Arrow" zerbrach in mehrere Teilstücke, die heute wunderschön bewachsen in moderaten Tauchtiefen zu bewundern sind.

Wracktypisch befindet sich hier von allen Tauchspots das meiste Leben und der meiste Bewuchs. Aber auch die anderen Tauchgebiete haben allerhand zu bieten. Große Hummer, Seeraben, Krabben, Seehasen oder auch einmal Seehunde sind neben diversen Barscharten, Seesternen, Seenelken, Kelb, ... Bestandteil der Unterwasserwelt.

Wer kaltes Wasser nicht scheut, kann in den Nordatlantischen Gewässern ebenso schöne Tauchgänge erleben, wie in den tropischen Meeren.