
Wer schon einmal über den Fernpaß von Reutte Richtung Innsbruck (oder umgekehrt) gefahren ist, hat zumindest einen der 2 Seen schon einmal zu Gesicht bekommen.
In der Eiszeit entstanden, liegen die Seen direkt neben der alten Römerstraße, die heute als Wanderweg Urlauber erfreut. Das alte Schloß am Berghang gehört ebenso zum Schloßhotel, das direkt in einer scharfen Kurve der Fernpaßstraße liegt, wie ein modernes Appartementhaus etwas abseits der Straße.
Das Schloßhotel ist auch der Dreh- und Angelpunkt für alle, die in den Seen tauchen möchten, denn nur den Hotelgästen mit Halbpension wird eine Tauchgenehmigung erteilt. Mit dieser Regelung kann man gut leben, denn die nächste Ortschaft mit Restaurants ist einige Kilometer entfernt und die Hotelküche ist ausgezeichnet. Zudem schützt diese Regelung vor übermäßiger Nutzung der Seen durch Taucher.
Der dem Hotel am nächsten gelegene See, ist der Fernsteinsee. Seine maximale Tiefe liegt bei etwa 16 Metern. Sichtweiten um 20 Meter entschädigen für das kalte Wasser, das selbst im Hochsommer zweistellige Wärmegrade nicht erreicht.
Auch wenn man bereits direkt am Bootshaus unterhalb der Brücke tauchen gehen kann (ca. 2 Minuten Fußweg vom Hotel) empfiehlt sich eher der hintere Teil des Fernsteinsees, der dort etwas mehr Bewuchs aufweist, wie im vorderen Teil. An Fischen findet man in der Regel Forellen, die vom Hotel für deren Angelgäste als auch für die Hotelküche ausgesetzt wurden.
Durch einen Hügel getrennt, befindet sich hinter dem Fernsteinsee der Samarangersee, der, zumindest dem Gefühl nach, noch kälter ist als der Fernsteinsee, dafür aber noch klarer. Fast kreisrund liegt er in einer Kuhle eingebettet von Hügeln ringsum. An guten Tagen kann man quer durch den See sehen und bemerkt an seinem Ende ein Mikado aus versunkenen, übereinanderliegenden Baumstämmen. Schleimalgen hängen an langen Fäden in deren Geäst und bilden eine märchenhafte Kulisse.
Eines der wohl am meisten abgelichteten Motive ist ein Steinkreuz, das zum Gedenken an einen toten Sportkameraden, auf einem Felsen in ca. 9 Meter Tiefe aufgestellt wurde. Je nach Wasserstand befindet sich die tiefste Stelle bei etwa 13 Metern. Nur wenige halbverhungerte Forellen sind im See anzutreffen. Im März/April gehört der Samarangersee zu einem beliebten Ausflugsziel für liebeshungrige Kröten, die dort ihren Nachwuchs zeugen.
Da man jederzeit ungezwungen tauchen gehen kann (es gibt keine Tauchbasis - lediglich eine Füllmöglichkeit für die Tauchflaschen) bleibt zwischen den Tauchgängen noch genug Zeit, die wunderschöne Landschaft bei einem Spaziergang um den Fernsteinsee zu genießen.
Ein unbedingtes Muß ist der Besuch der Siegmundsburg, einer Ruine, die auf einem Berg auf einer Insel des Sees liegt. Von dort genießt man den besten Ausblick über den Fernsteinsee.
Impressionen der Fernspaßseen gibt es auch als Video in meiner "Präsentationsabteilung"