Unsere Tour durch British Columbia und Alberta

Der Alice Lake Campground im gleichnamigen Provincial Park (PP) bei Sqamish ist einer der wenigen Campground in PPs, in denen man auch einen Stromanschluss haben könnte. In diesem PP gibt es 4 schön gelegene See, die über einen Rundwanderweg miteinander verbunden sind.

Whistler mit den Blackcomb Mountains

Nicht weit davon entfernt liegt das olympische Wintersportgebiet Whistler. Bereits heute herrschen dort vorolympische Preise, weshalb wir uns auch relativ schnell wieder "vom Acker" gemacht haben. Und das ist fast wörtlich zu nehmen. Obwohl der Highway 99 seit ein paar wenigen Jahren befestigt ist, ist er in einem dermaßen schlechten Zustand, dass man daran zweifeln könnte, ob er bis zur Olympiade 2010 halbwegs befahrbar ist. Zur Zeit (Herbst 2007) ist der Highway 99 eine einzige Baustelle von Horse Shoe Bay bis Whistler. Entsprechend viele Baustellen sind zu finden. Nach Whistler wird die Straße zwar nicht unbedingt besser, aber die Anzahl der Baustellen lässt nach und der Verkehrsstau kann sich wieder auflösen.

Barkerville

Mit einigen Zwischenstopps zum wandern und fotografieren war das nächste große Ziel die Goldgräberregion in den Cariboo Mountains am Frasier River. Ein sehr lohnenswertes Ausflugsziel ist das Museumsdorf Barkerville. Bei Quesnel zweigt der Highway 26 ab, der über Wells nach Barkerville führt. Noch während in Barkerville nach Gold geschürft wurde, wurde der Ort in den 30'er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu einem Museumsdorf erklärt. Fast alle Gebäude sind noch im Originalzustand erhalten. Laienschauspieler halten das dörfliche Leben in Originalkleidung aufrecht, eine Postkutsche dreht regelmäßig ihre Runden, der Schmied bearbeitet das heiße Eisen auf seinem Amboss, die Lehrerin ruft ihre Schüler zum Unterricht und die Restaurants, Saloons und sonstige Geschäfte laden zu einem Besuch ein. Man ist herzlich eingeladen an den Aktivitäten teilzuhaben oder zu zuschauen Der Eintrittspreis beträgt 13 Dollar - wenn man am nächsten Tag nochmals kommen möchte 2 Dollar. Und für dieses Geld bekommt man wirklich viel geboten und erfährt, wie das Leben eines Miners abgelaufen ist, der Friedhof vor den Toren der Ortschaft zeigt das auch nochmals deutlich.

Kleines Schwätzchen vor der Schmiede

Heute wird in Barkerville nicht mehr nach Gold gegraben, wenngleich nicht wenige davon überzeugt sind, dass es noch immer Gold zu finden gäbe. Wohl aus diesem Grund hat sich ein paar Kilometer entfernt eine neue "moderne" Goldgräbersiedlung gegründet. Auch unsere Gastgeberin auf dem Campground ist hauptberuflich Goldgräberin und stammt eigentlich aus Australien. Sie ist dem Ruf des Goldes gefolgt, wie bereits einst ihr Großvater. Es wurde uns angeboten auf ihrem Claim auch einmal Gold zu waschen - was wir aber aufgrund der zwischenzeitlich schon fast winterlichen Temperaturen dankend abgelehnt hatten.

In den Cariboo Mountains ist Ende September der erste Wintereinbruch mit leichtem Schneefall erfolgt. Unsere Wasserleitung war eingefroren und musste mühsam mit warmen Wasser wieder aufgetaut werden. Wir haben dann die nördlichen Berge verlassen und sind zum nächsten größeren Ziel dem Wells Grey PP weitergefahren, wo wir uns für 5 Tage aufhielten. Beim Wells Grey Park handelt es sich wohl um einen der größten PP. Zwischen Parkeingang und dem hintersten Campground waren rund 70 km größtenteils unbefestigte Wege zurück zu legen. Für Leute, die im Kanu mit Zelt unterwegs sein wollen, beginnt dort dann die Freiheit pur. Entlang der großen See im nördlichen Teil des Parks gibt es viele Zeltplätze, die nur auf dem Wasserweg erreichbar sind.

Helmcken Falls

Für uns allerdings war wandern angesagt. Es gibt sehr viele Wanderweg im Park, die zu dieser Jahreszeit nicht mehr alle begehbar sind. Auch ohne diese hochalpinen Wanderwege, wurde es uns nicht langweilig. Einige hohe Wasserfälle mit atemberaubenden Aussichtspunkten boten spektakuläre Natur und ein Schwarzbär auf dem Wanderweg ließ den Adrenalinspiegel steigen. Mit den Helmcken Falls beherbergt der Wells Grey PP den höchsten Wasserfall Kanadas - höher auch als die Niagarafälle Fälle.

Leider hatten wir mit dem Wetter wenig Glück. Die meiste Zeit war der Himmel stark bedeckt oder es regnete, so dass wir uns auf den Weg in die großen Nationalparks zwischen Jasper und Banff machten.

Wildwechsel in Jasper

Und wir hatten Glück. Die dicken Regenwolken die vom Pazifik herein drückten blieben in den südwestlich gelegenen Bergen der Cariboo Mountains hängen, so dass wir wesentlich trockeneres und, obwohl wir wieder ziemlich in den Norden fuhren, auch wieder wärmeres Wetter hatten. Der Mount Robson, Torwächter zum Jasper National Park (NP), zeigt sich ziemlich unverhüllt, lediglich mit einem kleinen weißen Wolkenhütchen. Am Ortseingang von Jasper hatte ich gerade noch den Wildwechsel bemerkt, als ein paar Wapitis den Highway querten. Diese Tiere, sowie Cariboos, Eich- und Streifenhörnchen sowie verschiedene Arten von Bergziegen konnten wir in den nächsten Tagen bei unserer Fahrt über den Icefield Parkway (Highway 93) südlich nach Banff beobachten. Unterwegs luden verschiedene Wanderwege zu ausgedehnten Wanderungen ein. Da die Campgrounds im NP zwischenzeitlich alle geschlossen hatten, kehrten wir nach den Wanderungen nach Jasper zurück, ehe wir endgültig nach Süden aufbrachen.

Helikopterflug über die Rocky Mountains

Auf halbem Weg zwischen Jasper und Banff geht am Saskatchewan River Crossing der Highway 11 ab. An dieser Straße befindet sich der Icefield Helicopter Service, den wir für einen Rundflug über das zentrale Berg- und Gletschergebiet der kanadischen Rocky Mountains in Anspruch nehmen wollten. Weit und breit fand sich kein geöffneter Campground, so dass uns nichts weiter übrig blieb, als doch einmal in freier Wildnis zu campen.

Der Helikopterflug war zwar nicht gerade ein billiges Vergnügen, aber gelohnt hat es sich allemal. In 3500 Meter Höhe flogen wir über die wunderschönen Berge der Rockies bis hin zum Columbia Icefield, ab und an von einem Fallwind geschüttelt. Es war ein nicht zu beschreibendes Erlebnis. Viel zu schnell war der Flug vorbei.

Das nächste Ziel war Lake Louise. Durch den Ski Weltcupzirkus war uns dieser Ort ein Begriff und entsprechend gespannt waren wir natürlich. Aus dem geplanten "in einem guten Restaurant gepflegt Essen gehen" und anschließend "in einem Saloon einen heben" wurde nichts. Enttäuscht mussten wir feststellen, dass Lake Louise lediglich ein paar wenige Einkaufsmöglichkeiten bietet, sowie noch einen Campground und ein paar Appartementanlagen hat - ein gemütliches Skidorf sieht irgendwie anders aus.

» nächste Seite