Sonnenaufgang am Attersee

Nach vielen Aufenthalten ist mir die ca. 30 Fahrminuten südöstlich von Salzburg gelegene Region schon fast zu einer zweiten Heimat geworden. Als zentraler Ausgangspunkt hat sich für mich der Attersee bewährt, denn dicht bei liegen auch noch der Mond- und Wolfgangsee. Wer etwas Fahrt nicht scheut findet im Umkreis von 1/2 bis 1 Stunde Fahrtzeit noch weitere Seen, wie z.B. den Fuschlsee, Traunsee, die Gossauer Seen, Langbathsee, Hallstättersee ...

Als ich zum ersten Mal nach Unterach an den Attersee kam, war der Tauchsport dort noch ein Geheimtip und es gab lediglich eine Tauchbasis. Zwischenzeitlich ist auch am Attersee der Tauchboom nicht spurlos vorbei gegangen und man findet einige Tauchbasen und Füllstationen am unteren Seeteil zwischen Nußdorf und Weißenbach. Aber auch entlang des Ufers bis nach Weyregg gibt es Füllstationen und ausgewiesene und beschilderte Tauchplätze.

Attersee mit Höllgebirge

Speziell an (deutschen) Feiertagen mit s.g. Brückentagen trifft man viele Taucher rund um den See und man hat dann schon einmal Schwierigkeiten einen Parkplatz an seiner bevorzugten Einstiegsstelle zu finden. Allerdings, und das sollte auch nicht unerwähnt bleiben, sollte man seine Reise zwischen Ostern und Mitte Oktober antreten, da sonst wiederrum "tote Hose" herrscht und man Schwierigkeiten hat Unterkunft und Verpflegung zu bekommen.

Bei den vielen Tauchern bleibt es auch nicht aus, daß es immer wieder zu Tauchunfällen kommt. Um die Anliegergemeinden zu mindest finanziell abzusichern, wurde die s.g. Divecard ins Leben gerufen. Mit Erwerb dieser Divecard ist eine Versicherung verbunden, die unter anderem auch die Rettungskosten beinhaltet. Die Tauchbasen sind angewiesen Flaschen nur bei Vorliegen dieser Divecard zu füllen.

Taucher am Attersee

Das Befüllen der Flaschen mit eigenen mitgebrachten Kompressoren wird nicht gerne gesehen und ist auch angesichts der ausreichenden Anzahl von Füllstationen nicht erforderlich.

Pfahlbauten

Der Attersee ist malerisch am Fusse des Höllgebirges gelegen. Mit etwa 180 Metern Tiefe zählt der Attersee zu den tiefsten Gewässern Österreichs. Das Wasser selbst hat Trinkwasserqualität und so ist es nicht verwunderlich, daß auch Apnoetaucher den Attersee für ihre Rekordversuche entdeckt haben.

Die Ufer fallen auf der Seite zum Höllgebirge hin recht schnell steil in die Tiefe ab. Durch das relativ klare Wasser ist jedoch noch in größerer Tiefe genug Tageslicht vorhanden. Steilwände insbesondere im Bereich der "Schwarzen Brücke" laden zu tiefen Tauchgängen ein. Aber speziell hier ist besondere Disziplin und Können des Tauchers erforderlich. Es vergeht kaum ein Jahr in dem nicht an einem dieser Tauchplätze ein tödlicher Tauchunfall geschieht. Doch Bange machen gilt nicht. Die Faszination "3D" kann man eben an solchen Steilwänden am besten empfinden. Über sich die Wasseroberfläche, vor sich die Erdgeschichte in Form von interessanten Gesteinsformationen, hinter sich das freie Wasser und unter sich das "unendliche" Schwarz der Tiefe.

Hecht

Auf der gegenüber liegenden Uferseite, geht es nicht weniger weit in die Tiefe, allerdings fällt das Ufer hier sanfter ab. Die Unterwasserlandschaft ist hier auch weniger durch Felsformationen als durch schönen UW-Bewuchs gekennzeichnet. Der schönste Bereich liegt bis zu einer Tiefe von etwa 10 Meter. Bis hierhin finden sich Pflanzen zwischen denen sich Fische (überwiegend Flußbarsche und Hechte) verstecken können. Speziell bei Nachttauchgängen sind viele Aale über dem schlickigen Untergrund anzutreffen.

Aufgrund der Tiefe des Sees ist das Wasser das ganze Jahr über recht frisch. Der Einsatz eines Trockentauchanzugs empfiehlt sich für die weniger kälteresistenten Taucher, die anderen sollten aber zu mindest einen dicken Nassen oder noch besser einen Halbtrocki anziehen.

Tauchgang im Mondsee

Nicht ganz so klar wie der Attersee präsentiert sich der Mondsee, dafür ist er aber auch einige Grade wärmer. Die Tauchplätze befinden sich auf der, der Ortschaft Mondesee gegenüberliegenden Uferseite entlang einer schmalen Straße, die sich an einer hohen Felswand entlang windet.

Parkplätze sind rar, allerdings sind ein paar wenige ausgewiesene Taucheinstiege mit Parkmöglichkeiten vorhanden. Unter Wasser finden sich viele Fische. Dominiert wird das UW-Bild aber durch große Kolonien an Seemuscheln. Durch die große Planktondichte des Wassers wird es mit zunehmender Tiefe schnell dunkel, so daß eine UW-Lampe auch am Tage zur Standardausrüstung gehören sollte.

Burggrabenklamm

Der Wolfgangsee wiederum ist wesentlich klarer. Durch die relative hohe Bebauungsdichte ist allerdings der Zugang zum Gewässer insbeondere in den Bereichen um St. Wolfgang und St. Gilgen erschwert. Ein besonderes Schmankerl ist ein Tauchgang bei Fürberg/Winkel. Auf ca. 20 Meter Tiefe beginnt eine Steilwand im wahrsten Sinne des Wortes. Glatt wie mit einem heißen Messer durch die Butter geschnitten, präsentiert sich die Steilwand an klaren Tagen gruselig schön. Fast schon erwartet man hier ein Tiefseemonster aus der Tiefe aufsteigen zu sehen. Bei diesem Tauchgang läuft es mir immer "kalt den Buckel runter".

Die Landschaft über Wasser lädt zu vielen schönen Wanderungen und Ausflügen ein. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Burggrabenklamm, zwischen Unterach und Burgau gelegen. Der Einstieg liegt hinter der Gaststätte zum Jagerwirt. Ein schmaler Weg zwischen steilen Felswänden, der mit einem Stahlseil gesichert ist, führt entlang eines Baches bis zu einem Wasserfall. Da es hier "über Stock und Stein" geht ist ein solides Schuhwerk obligatorisch.

Wanderungen ins Höllgebirge oder daran entlang zeigen einem noch nahezu unverbrauchte Natur. Neben seltenen Pflanzen können auch noch harmlose Schlangen oder Feuersalamander entdeckt werden, die ich in unseren heimischen Gefilden schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen habe. Insbesondere zum "Indian Summer" präsentiert sich Salzkammergut von seiner schönsten Seite.