Hobby-Lösung
Was sich relativ billig und abfällig anhört, ist nicht unbedingt die schlechteste Lösung. Hierzu erstellt man sich auf dem Rechner eine Farbtafel mit verschiedenen Farbfelder (genormte hexadezimale Farbwerte verwenden !!!). Diese Datei läßt man sich nun als Papierbild oder DIA ausbelichten und vergleicht die Ausbelichtung mit den Farben am Monitor. Stellt man nun seinen Monitor auf diesen Farbausdruck (DIA) ab, so ergibt sich zu mindest für eine Ausbelichtung mit diesem Anbieter eine Farbechtheit. Kann die Farbeinstellung des Monitors softwaremäßig verändert werden, ergibt sich auch mit dieser Lösung eine Möglichkeit ein Farbprofil abzuspeichern und zu verwenden. Bei mehreren Ausbelichtern lassen sich so mehrere Profile erzeugen und abspeichern.
Aber auch die Hardware seines "Lieblings"Ausbelichters kann sich durch Alterung oder Neuanschaffung ändern. Somit wird eine Neukalibrierung mit den entsprechenden Kosten für Ausbelichtungen fällig.
Softwarelösung
Eine ähnliche Methode bieten Softwarelösungen wie z.B. ADOBES Gamma oder ähnliche Software an, bei der in einem (für Grauwerte) oder 3 (RGB) Farbfeldern die Farbdarstellung des Monitors mittels Schieberegler oder nummerischer Eingabe per Augenmaß geändert werden können. Das Ergebnis läßt sich als Farbprofil abspeichern. Vermeiden sollte man allerdings mehrere verschiedene dieser Softwarelösungen nebeneinander einzusetzen.
Problematik
So schön dies auch alles klingt, so haben alle diese Möglichkeiten den großen Nachteil, dass dieses Farbprofil nur für einen bestimmten Zeitraum unter gleichen Umgebungs(licht)bedingungen stimmt. Durch das Altern der Monitore verändert sich auch die Farbtemperatur, so dass ein öfteres Nachkalibrieren notwendig ist. Scheint bei der Kalibrierung die Sonne oder wurde bei Kunstlicht kalibriert? Hat sich die Sonnenstrahlung geändert oder ist die Kunstlichtquelle gealtert. Hat die Kunstlichtquelle Normlicht oder ist es eine normale Glühlampe oder Neonröhre? Dies alles sind Faktoren, die die Monitordarstellung verändert und somit die Kalibrierung immer zu einem Glücksspiel werden läßt.
Und eines sollte man sich auch immer vor Augen halten. Ein falsch eingestellter Monitor kann u.U. ein schlechteres Ergebnis zur Folge haben, wie ein unkalibrierter Monitor mit einem herstellereigenen Farbprofil.
Kennt Ihr das Problem? Der auf dem DIA noch knallgelbe Anglerfisch wird im Ausdruck auf dem heimischen Tintendrucker orangerot, der zart türkis pastellfarbige Papageienfisch tendiert zu neongrün? Sofern man nicht gerade ein biologisch korrektes Bild benötigt, wäre das in den genannten Beispielen fast egal. Aber was machen Sie mit einem pinkfarbenen Himmel oder mit Hauttönen, die stark ins grünliche tendieren. Hier hilft nur eines – die Ein- und Ausgabegeräte ihres Systems müssen auf einander abgestimmt (kalibriert) werden.
Scanner, Digitalkamera und Monitor arbeiten im RGB-Farbmodus, der einen großen darstellbaren Farbraum aufweist. Demgegenüber stehen die Drucker, die im CMYK-Modus ihren Dienst verrichten und deren Farbraum recht beschränkt ist. Diese zwei Farbräume und natürlich auch die individuellen Farbunterschiede der Geräte müssen nun aufeinander eingestellt werden.
Bei hochwertiger Hardware und einem modernen Betriebssystem funktioniert dies recht einfach, indem gerätespezifische Farbinformationen mittels einer zum Lieferumfang der Hardware gehörenden Datei im Betriebssystem eingebunden werden. Damit "weiß" jede Software, die dieses Farbmanagement unterstützt, welche farblichen Besonderheiten die entsprechende Hardware hat und kann sich darauf einrichten.
Um nun sein System "farbecht" zu machen gibt es mehrere Möglichkeiten:
- mittels spezieller Sensoren und Software
- mittels Scanner und so genannter IT8-Charts
- Try and Error bzw. über den Daumen gepeilt
- Softwarelösung
Professionelle Lösung
Die beste, wenn auch teuerste Lösung ist der Einsatz spezieller Sensoren, die am Monitor angebracht werden, die Farben (Farbtemperaturen) messen und mit einer Software auswerten. Es wird ein Farbprofil generiert, das ins Betriebssystem eingebunden wird. Diese Lösung ist ab etwa hundert Euro zu bekommen
Semiprofessionelle Lösung
Zum Teil im Lieferumfang von Scannern enthalten (z.T. auch optional erhältlich) sind s.g. IT8-Charts. Es handelt sich hierbei um den genormten Ausdruck einer Datei, die ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist. Wird nun die IT8-Vorlage gescannt und mit der mitglieferten Datei verglichen, können Farbunterschiede festgestellt und berücksichtigt werden. Auch hierbei wird ein Farbprofil erstellt und als Datei ins Betriebssystem eingebunden.