Der Blickwinkel einer Kamera (Brennweite) wird bestimmt durch das Verhältnis der Baulänge seines Objektivs zur Diagonale des Aufnahmemediums. Bei Kleinbildkameras ergibt sich bei einem 50 mm Objektiv ein Bildwinkel von etwa 45°, was in etwa dem menschlichen Bildfeld entspricht und man darum als Normalobjektiv bezeichnet. Objektive mit Bildwinkeln kleiner als 45° bezeichnet man als Teleobjektive, Objektive mit größeren Bildwinkeln als Weitwinkelobjektive. Da bei Digitalkameras das Bildfeld/Computerchip und damit die Bilddiagonale wesentlich kleiner ist als bei Kleinbildkameras, muss mit einer Bildvergrößerung (oftmals fälschlicherweise als Brennweitenverlängerung bezeichnet) gerechnet werden. Je nach Hersteller ist die Größe des Chips etwas unterschiedlich, aus Vereinfachungsgründen kann jedoch von einem "Verlängerungsfaktor" von 1,5 - 1,7 ausgegangen werden. Dies hat zur Folge, dass der Weitwinkelbereich ohne zusätzliche Vorsatzlinsen nicht erschlossen werden kann, während der Telebereich durch die Digitalkameras gut abgedeckt wird. Aus diesem Grund findet man wenige Kameras, die Objektive mit einer Brennweite von weniger als 35 mm haben (bezogen auf Kleinbildformat).

Ansonsten sind die digitalen Kameras i.d.R. sehr gut ausgestattet. Von (wählbaren) Mehrfeldautofokussensoren, vielfältigen Belichtungsmöglichkeiten, Braketingfunktionen, verschiedenen Blitzmodi bis hin zu manuellen Bedienmöglichkeiten reichen die Ausstattungsmerkmale einer digitalen Kamera, die somit die technischen Möglichkeiten moderner analoger Spiegelreflexkameras erreichen oder sogar noch übertreffen. Haben Sie schon mal versucht mit Ihrer Kleinbildspiegelreflexkamera eine Videosequenz aufzunehmen ? Mit den meisten Digitalkameras ist dies möglich.

Eines sollte nicht unerwähnt bleiben und bietet den wohl größten Vorteil gegenüber den analogen Kameras. Es handelt sich um die schnelle Verfügbarkeit und Bildkontrolle und dies ohne umweltbedenkliche Chemikalien oder Fotopapiere. Sofort nach der Aufnahme kann das Bild auf dem kameraeigenen Monitor begutachtet und ggf. gelöscht werden oder falls gewünscht, mit dem eingebauten Modem übers Internet direkt auf der eigenen Homepage abgestellt oder zum Photohändler zum Ausbelichten übersandt werden. Ging die Aufnahme daneben – kein Problem, man kann sie ja sofort wiederholen.

Begriffserläuterungen:

CompactFlash Card
Speichermedium in Digitalkameras
Internet
Interconnected Network (weltumspannendes riesiges Computernetzwerk)
Megapixel
Bezeichnung für eine Million Bildpunkte.
Memorystick
ein von der Firma Sony entwickeltes und eingesetztes Speichermedium
Thumbnails
„daumennagelgroße“ Miniaturbilder, die aus Performancegründen gerne als Platzhalter für größere Bilder auf Internetseiten benutzt werden
TIFF
Dateiformat in der Bildbearbeitung
Digitalkamera

Die wohl einfachste Art digitalisierte Bilder zu erhalten, ist ein Motiv abzulichten und gleich in digitaler Form abzuspeichern. Verbindungskabel zwischen Kamera und PC ziehen und schon fertig !?! Leider nein – so leicht haben es uns die Digitalgötter "Bit" und "Byte" nun doch nicht gemacht.

Noch bevor die ersten Aufnahmen überhaupt gemacht werden können, müssen wir uns entscheiden, für welchen Einsatzzweck die Kamera eigentlich benötigt wird. Ähnlich, wie in der analogen Fotografie ist die Formatfrage abzuklären. Ist es beim analogen Fotografieren noch die Frage ob APS, Kleinbild oder Mittelformat zum Einsatz kommen soll, so stellt sich in der digitalen Fotografie die Frage nach 4, 5, 7 oder noch mehr "Megapixeln" auf dem Kamerachip.

Was sind die Megapixel überhaupt ? Stark vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um lichtempfindliche Sensoren, die auf einem Computerchip in der Kamera sitzen und das einfallende Licht in elektrische Signale umwandeln (siehe auch Kapitel Digilog). Die hieraus resultierenden Ergebnisse werden über einen Mikroprozessor als Bilddaten interpretiert und auf einem Speichermedium abgelegt, wobei jeder dieser Sensoren einen Bildpunkt darstellt. In ihrer Gesamtheit ergeben die Sensoren/Bildpunkte das Foto. Die Anzahl dieser lichtempfindlichen Sensoren bestimmt die Einteilung der Kameras in die jeweilige Megapixel-Klasse:

  • Unter 1 Million Bildpunkten gibt es einige Spielzeugkameras, die höchstens dazu geeignet sind, ein paar Thumbnails ins Internet zu stellen.
  • Die 1 Megapixel-Klasse erlaubt Papierabzüge bis max. 10 x 15 cm Größe.
  • Ab 2 Megapixel, spricht man bereits von fotorealistischen Bildern. Diese erlauben bereits einen Ausdruck bis DIN A4 Größe.
  • Ab 3 Megapixeln können bereits Ausschnittsvergrößerungen vorgenommen werden.

Aktuell (Stand 2007) werden in der Amateurklasse (Consumerklasse) der Digitalfotografie bis etwa 10 Millionen Bildpunkte eingesetzt. Die Computerindustrie arbeitet mit Hochdruck daran noch höhere Auflösungen zu verwirklichen. Dabei haben die Entwickler damit zu kämpfen, dass die einzelnen Sensoren immer kleiner werden müssen und dadurch auch immer weniger lichtempfindlich sind, was durch andere technische Möglichkeiten wieder ausgeglichen werden muss, wobei hier das Bildrauschen (das "elektronische Filmkorn") wiederum zu- und die Lichtempfindlichkeit abnimmt. Näheres zu diesem Thema befindet sich unter "Digilog"

Ein weiterer Punkt, der bei noch höheren Auflösungen zu beachten ist, ist die dabei entstehende Datenmenge. Ist bei einer 2 Megapixelkamera ein Bild etwa 5 MB und bei einer 3 Megapixelkamera 8 MB groß, so steigt die Dateigröße bei 5 Megapixeln bereits auf deutlich über 10 MB/Bild (jeweils in höchster Auflösung als unkomprimierte TIFF-Datei). Diese Datenmenge muss durch den Computerchip in der Kamera erst einmal verarbeitet und dann auch noch auf Datenträger geschrieben werden, was relativ viel Zeit beansprucht. Zeit, in der die Kamera unter Umständen nicht einsatzbereit ist. Hinzukommt kommt natürlich auch noch die Speicherkapazität des Datenträgers. Wenn man davon ausgeht, dass im Lieferumfang einer neu erworbenen Kamera selten ein Speichermedium enthalten ist, das größer als 16 - 32 MB ist, kann man sich leicht ausrechnen, wieviele Bilder man in höchster Auflösung auf solch einem Standardmedium unterbringen kann. Anschaffungsnebenkosten in Form von geeigneten großen Speichermedien müssen beim Erwerb einer Kamera bereits einkalkuliert werden.