Digitalkameras bieten zusätzliche Funktionen an, die analogen Kameras vorenthalten bleiben.

Digitalzoom

Neben den Möglichkeiten eines optischen Zoomobjektivs bieten viele Hersteller auch noch die Möglichkeit eines weitergehenden Digitalzooms an, das nichts weiter als eine Ausschnittsvergrößerung eines Bildes bereits während der Aufnahme erstellt.

Hierzu gibt es zwei grundlegende Ansatzweisen

Interpolation

Die Pixel des Ausschnittbereiches werden auf die volle Pixelzahl der Kamera interpoliert. Damit wird zum Beispiel ein Bildausschnitt mit 1024 x 768 Pixel (1,3 Megapixel) auf die volle Pixelzahl der Kamera (z.B. 4 Megapixel) interpoliert. Es werden also Pixel hinzugefügt, die tatsächlich nicht vorhanden sind. Eine Aussage über die Qualität solcher Bilder braucht man wohl nicht zu treffen.

Smartzoom

Dieses von Sony entwickelte Verfahren funktioniert nur dann, wenn die Kameraauflösung niedriger eingestellt ist, als die nominelle Kameraauflösung ist. Bei einer Einstellung von 4 Megapixel an einer 4 Megapixelkamera funktioniert der Zoom nicht. Ist hingegen lediglich eine Auflösung von 2 Megapixel eingestellt, steht der Smartzoom zur Verfügung.

Es findet hier keine Interpolation statt. Der Bildausschnitt steht dann lediglich in der gewählten Auflösung zur Verfügung. Dies ist sicherlich die qualitativ bessere Form des Digitalzooms mit der Beschränkung einer geringeren Bildgröße.

Fazit

Der Digitalzoom ist ein werbewirksamer Marketinggag ohne tatsächliche Vorteile im fotografischen Alltag. Eine nachträgliche Ausschnittsvergrößerung am Rechner ist durch die besseren Algorithmen in den Programmen die bessere Wahl.

Videofunktionen

Als Rache der Fotografen an den fotografierenden Videofilmern könnte man diese Funktion auch bezeichnen. Genausowenig wie sich mit Videokameras gute Standbilder bzw. Fotos machen lassen, genauso "gut" sind die Videofilmchen, die mit den meisten Consumerkameras gemacht werden können – zumindest zur Zeit noch.

Mit diesen digitalen Sucherkameras lassen sich Videos in Größen von 160 x 120 bis 640 x 480 Pixel bei Frameraten bis max. 30 fps erstellen. Die Zeitdauer für die einzelnen Clips beträgt von ca. 30 Sekunden bis zeitlich unbeschränkt (je nach Speicherkartengröße).

Nach dem Motto "nice to have" bietet diese Funktion eigentlich lediglich einen Spaßfaktor, für kleine Internetfilmchen, als Mailanhang oder auch für ein Overlay in einer digitalen Präsentation.

Weißabgleich

Dadurch, dass sich das menschliche Auge den gegeben Lichtverhältnissen sehr gut anpassen kann, werden Farbstiche aufgrund bestimmter Lichtverhältnisse gut ausgefiltert. Diese Farbstiche fallen i.d.R. erst beim Betrachten der Bilder auf.

In der analogen Fotografie werden für bestimmte Lichtverhältnisse spezielle Filme oder Filter eingesetzt um diesen Farbstichen Herr zu werden. Dies setzt ein hohes Maß an Erfahrung und viel Testen (Filmmaterial) voraus.

Digitale Fotografen haben es hier einfacher. Die Kameraelektronik bietet die Möglichkeit gezielt Farbstiche aus Bildern zu entfernen, indem die Signalverstärkung einzelner farbiger Pixel unterschiedlich stark vorgenommen wird.

Für die verschiedenen Lichtsituationen stehen schon bestimmte Voreinstellungen zur Verfügung. Diese können von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein. In der Regel stehen folgende Presets zur Verfügung:

  • Tageslicht (bei strahlender Sonne / bewölkt / Schattenbereiche)
  • Kunstlicht
  • Blitzlicht
  • Leuchtstoffröhren
  • weitere sind je nach Hersteller möglich

Daneben lässt sich der Weißabgleich bei vielen Kameras auch manuell einstellen.

Die Weißabgleichsautomatiken funktionieren bei ausgewogenen Beleuchtungsverhältnissen in der Regel sehr zufriedenstellend, haben ihre Grenzen aber dann, wenn Mischlicht (z.B. Kerzenlicht und Neonröhren) vorliegt.

Die Belichtungsquelle wird in der Regel automatisch erkannt und funktioniert auch mit einem Systemblitz.

Bei der manuellen Einstellung erfolgt eine Eichung mittels Graukarte oder einfach einem Stück weißen Papier. Ändert sich jedoch die Farbtemperatur des Lichts ist ein neuer Weißabgleich fällig.

Doch nicht nur zum Eliminieren von Farbstichen lässt sich der Weißabgleich einsetzen, er kann auch zur gezielten Verfremdung verwendet werden. Vorsicht ist jedoch bei solch klassischen Motiven wie dem berühmten Sonnenuntergang bei Capri geboten. Schnell kann dann eine Lichtstimmung versaut werden und aus dem roten Sonnenuntergang wird dann vielleicht blaßblauer.

Nachstehend ein paar Bildbeispiele:

Beispiel Sonnenuntergang



Weißabgleich Automatik


Weißabgleich Blitzlicht


Weißabgleich Kunstlicht


Weißabgleich Leuchtstoffröhre


Beispiel Unterwasser



Weißabgleich Automatik


Weißabgleich Blitzlicht


Weißabgleich Kunstlicht


Weißabgleich Leuchtstoffröhre

Bildaufbereitung in der Kamera

Ähnlich den gescannten Bildern sind auch digital fotografierte Bilder gerne etwas flau und haben eine leichte Unschärfe. Korrekte Belichtung und Scharfstellung vorausgesetzt, lassen sich die Bilder grundsätzlich in Brillanz und Schärfe nachbearbeiten und optimieren. Teile hiervon kann bereits die Kameraelektronik abnehmen.

Aber:
DIES IST KEIN ALLHEILMITTEL.
EIN SCHLECHTES BILD BLEIBT EIN SCHLECHTES BILD, OB MIT ODER OHNE NACHBEARBEITUNG.

Die Kameraelektroniken bieten hier verschiedene Optimierungsparameter in unterschiedlichen Stufen an:

Kontrast

bei kontrastreichen oder -armen Motiven lässt sich der Bildkontrast im Menü der Kamera entsprechend verringern und erhöhen. Ebenso ist es möglich die Bildhelligkeit anzupassen.

Scharfzeichnung

ist dann von Vorteil, wenn das Bild direkt aus der Kamera heraus ausgedruckt werden soll. Eine Nachschärfung am PC ist in aller Regel die bessere Wahl, da die Schärfung wesentlich genauer vorgenommen werden kann.

Farbsättigung

Im Bereich der analogen Fotografie hat jeder Film seine besondere Charakteristik in Bezug auf die Farbdarstellung. So greifen die Fotografen für die unterschiedlichen Motive gerne zu bestimmten Filmen bestimmter Hersteller.

In der digitalen Fotografie lässt sich die Farbsättigung dem Motiv und dem persönlichen Geschmack entsprechend anpassen. So bietet es sich an bei Sonne, Sand und blauem Meer die Farbsättigung anzuheben um leuchtende Farben zu erhalten, während in einem verrauchten Jazzkeller wohl eher gedämpfte Farben angebracht sind. Nun dieses stimmungsvolle Motiv wird es in Zukunft durch die Antirauchergesetze wohl nicht mehr geben.

Bildbetrachtung

Einer der wesentlichen Vorteile der digitalen Fotografie ist es, bereits nach der Aufnahme das Bild kontrollieren zu können um es ggf. zu löschen und die Aufnahme zu wiederholen. Auf dem Kameramonitor lassen sich dazu die Belichtungsdaten mit Histogramm darstellen.

Allerdings ist hierbei Vorsicht geboten. Dieser kleine Monitor kann nur einen groben Eindruck des Bildes wiedergeben. Hat er einen Farbstich oder wird die Kontrolle in Räumen bei Kunstlicht vorgenommen, sollte kein allzu großes Vertrauen in den Monitor gesetzt werden.