Klare Vorteile daraus können Naturfotografen erzielen, die ohne größeren Aufwand höhere Telewirkungen erzielen. Nachteile erwachsen dagegen Fotografen, die gerne Weitwinkelobjektive einsetzen (z.B. Unterwasserfotografen).

Diverse Zollformate

Im Bereich der Sucherkameras werden Chipgrößen eingebaut, deren Größe in Zoll angegeben werden.

Eine Umrechnung auf den tatsächlichen Wert ist nicht gerade leicht, bis fast unmöglich. Ein Zoll/Inch entspricht normalerweise 2,54 cm. Bei Digitalkameras hingegen kommt ein Wert zum Einsatz, der sich aus den in den 50-er Jahren des vergangen Jahrhunderts verwendeten Vidicon-Bildröhren von Fernsehkameras errechnet. Bei diesen wurde der äußere Durchmesser der Glasröhren beschrieben, wovon ca. 2/3 als nutzbare Fläche angesetzt wurden - so über den Daumen gepeilt.

Daraus ergibt sich bei Kameras der entsprechenden "Zollklasse" folgende Bilddiagonalen:

  • 2/3 Zoll = 11 mm Diagonale
  • 1/1,8 Zoll = 8,93 mm Diagonale
  • 1/2,7 Zoll = 6,59 mm Diagonale

Bei gleicher Megapixelklasse lässt sich so leicht erkennen, welche Kamera (rein vom Sensor her) die bessere Kamera ist.

E-Film

Bei Diskussionen zum Thema Digitalfotografie kommt immer wieder die Frage nach einer digitalen Filmpatrone auf, die einfach anstelle eines herkömmlichen Kleinbildfilms in die vorhandene analoge Kamera eingelegt werden kann.

Forschungen bis hin zur Entwicklung von Prototypen hat in dieser Richtung die Firma Silicon-Film-Technologies in den 90-er Jahren des vorigen Jahrhunderts betrieben. Als Prototyp wurde eine Filmpatrone mit 1280 x 1024 Pixel und 64 MB internem Speicher vorgestellt. Die Preisvorstellung lag damals bei ca. 700 US$.

Die Entwicklung wurde allerdings 2001 wieder eingestellt, da zwischenzeitlich komplette Kameras mit mehr Megapixeln zu kleineren Preisen auf den Markt kamen und die Entwicklungskosten zu hoch wurden.

Zur Photokina 2004 hat dann auch die Firma Leica für Ihre analogen Kleinbildmodelle R8 und R9 ein digitales Kamerarückteil vorgestellt, das gegen das herkömmliche Kamerarückteil ausgetauscht werden kann, und in dem sich ein 10 Megapixel-Chip befindet. Für schlappe 4500 Euro. Im Mittelformatbereich sind diese digitalen Rückteile bereits seit längeren im Einsatz

Beim analogen Film wird die Formatfrage durch die Negativgröße bzw. die Bilddiagonale bestimmt. Die Bildgröße liegt beim Kleinbildfilm bei 36 x 24 mm bei einer Bilddiagonalen von 43 mm.

In der digitalen Fotografie hat die Chipgröße keinen Einfluss auf die Megapixelklasse, lediglich auf die Größe der verwendeten Fotozellen und damit deren Grundempfindlichkeit.

Bei gleicher Megapixelzahl gilt:

Je größer der Chip, desto größer können die einzelnen Fotozellen hergestellt werden. Je größer die Fotozellen sind, desto höher ist ihre Lichtempfindlichkeit, desto weniger müssen die Lichtsignale verstärkt werden und desto geringer ist die Gefahr eines Bildrauschens.

Die Sensoren werden in den unterschiedlichsten Größen je nach Kameratypus (von ultrakompakter Hosentaschenkamera bis hin zur professionellen Spiegelreflexkamera) gebaut.

Vollformatsensor

Der Vollformatsensor gehört sicherlich zur "Königsklasse" der Digitalkameras. Die Chipgröße entspricht hierbei etwa der Bildgröße eines Kleinbildfilmes mit einer Sensordiagonalen von 43 mm. Dieser Sensor wird ausschließlich in der Profiklasse der digitalen SLR-Kameras eingesetzt, wie z.B. der Canon EOS 5D

Der Vorteil dieses Format liegt darin, dass die im analogen Kleinbildbereich eingesetzten Objektive ohne Einschränkung nutzbar sind.

APS-Format-Sensor

Für den schmaleren Geldbeutel bieten die Kamerahersteller den schmaleren Chip in der Größe des APS-Filmformats mit einer Diagonalen von ca. 30 mm an. Je nach Hersteller gibt es kleinere Abweichungen zu dieser Größe.

Zum Einsatz kommt diese Chipgröße vor allem im Bereich der preiswerten digitalen SLR für den engagierten Hobbyfotografen oder den (Semi)profi.

Da auch bei diesen Kameras die normalen Wechselobjektive aus dem Kleinbildbereich eingesetzt werden, kommt es durch die kleinere Aufnahmefläche zu einer stärkeren optischen Vergrößerung des Motivs auf dem Sensor. Im Sprachgebrauch hat sich der Begriff der Brennweitenverlängerung eingebürgert, was insoweit nicht korrekt ist, da die Brennweite weiterhin unverändert vorliegt, lediglich die Lichtstrahlen zur Aufnahmefläche hin stärker gebrochen werden müssen. Diese "Brennweitenverlängerung" differiert von Hersteller zu Hersteller und liegt bei Nikon um den Faktor 1,5, bei Canon bei 1,6 und bei Sigma bei 1,7. Somit enspricht z.B. bei Nikon ein 100mm Teleobjektiv einer scheinbaren Brennweite von 150 mm, ein Weitwinkelobjektiv mit 20 mm Brennweite einem Objektiv mit 30 mm Brennweite.