Wie viel Megapixel für welchen Zweck ?

Bevor man in den nächsten Fotoladen geht und sich beraten lässt, oder vielleicht auch ohne Beratung übers Internet eine Kamera erwirbt, sollte man sich stets überlegen, für welchen Zweck die Kamera denn nun benötigt wird.

Die Tabelle gibt Auskunft über die möglichen Verwendungszwecke:

1,3 MP Internet, Digitale Präsentationen, kleine Ausdrucke (9 x 12 cm)
2 MP Ausdrucke bis DINA5 möglich (gut bis 13,6 x 10,2 cm)
3 MP Ausdrucke in guter Qualität bis DIN A5 (gut bis 17,3 x 13 cm)
4 MP Ausschnittsvergrößerungen bei Ausdrucken bis A5
5 MP Ausdrucke bis A4 in guter Qualität
ab 6 MP Ausdrucke > A4 in guter Qualität möglich

Kameras bis 3 Megapixel findet man heutzutage im Fotohandel kaum noch. Diese Megapixelklassen sind zwischenzeitlich den Fotohandys vorbehalten.

Zeitliche Entwicklung der Megapixelklassen

Das Diagramm zeigt die Entwicklung in der Consumerklasse bezogen auf die durchschnittlichen und maximalen Megapixelwerte einer Kamera von 1997 bis Anfang des Jahres 2004 auf.

Bei den Anschaffungskosten einer Digitalkamera verhält es sich fast umgekehrt. Waren zu Beginn des digitalen fotografischen Zeitalters die Kamerapreise fast unerschwinglich hoch, so sind die Preise vor allem im Consumerbereich drastisch gesunken. 2001 kostete z.B. ein professionelles Gehäuse einer digitalen Spiegelreflexkamera rd. 65.000 DM. Heute sind die Preise auf unter 5.000 Euro gesunken. Im Amateur- bis hin zum (semi)professionellen Bereich bekommt man bereits für 1.000 Euro und weniger eine digitale SLR (mit einem Standardzoomobjektiv).

Es stellt sich nun natürlich die Frage "Wohin geht die Reise ?". Ein Mehr an Pixel bringt nicht nur Vorteile mit sich. Durch die immer stärkere Miniaturisierung der Fotozellen werden auch Problembereiche geschaffen, die die Qualität stark beeinträchtigen können. Doch davon später mehr.

Seitenverhältnisse

Spricht man von Seitenformaten im Bereich der Fotografie, denkt jeder zuerst an das gebräuchlichste Kleinbildformat mit einem Seitenverhältnis von 3 : 2. Vor allem von den analogen Fotografen wird bemängelt, dass im digitalen Bereich überwiegend das Seitenverhältnis von 4 : 3 vorkommt. Dieses Format leitet sich vor allem aus dem Videobereich ab, bei dem das Seitenverhältnis TV-tauglich vorliegt.

Hierbei wird jedoch verkannt, dass es im analogen Bereich weit mehr unterschiedliche Seitenverhältnisse als im digitalen Bereich gibt. Als Beispiel seien nur das Mittelformat mit einem quadratischen Format von 1 :1 (bei 6 x 6 cm), 4 : 3 (bei 6 x 4,5 cm) oder das APS-Format mit einem Seitenverhältnis von 3 : 1,7 erwähnt.

Durch die Entwicklung des "High Definition" - Formats im Bereich der TV-Geräte und Beamer (Seitenformat 16:9), wird es wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch digitale Fotokameras in diesem Bildformat aufnehmen. Videokameras mit HD-Format filmen bereits in diesem Format und auch die ersten digitalen Fotoapparate z.B. von Panasonic beherrschen dieses Bildformat.

Einfach zu merken

Während im analogen Bereich die Negativ/Positivgröße des Filmmaterials über die Frage des Formats entscheidet, sind in der digitalen Fotografie nicht die Ausmaße des Siliziumchips maßgebend, sondern die Anzahl lichtempfindlicher Rezeptoren, die sich auf dem Chip befinden.

Analoge Filmformate

grafische Darstellung der Filmgrößen

Wie die grafische Darstellung zeigt, gibt es im analogen Filmbereich eine Vielzahl unterschiedlicher Filmgrößen. Die gebräuchlichsten sind in ihrem Größenvergleich gegenübergestellt:

Nicht enthalten sind in dieser Darstellung ältere und heute kaum noch gebräuchliche Formate wie Filmkassette, Disc-Film oder das "Spionage-Format" der Minox-Kameras.

Vom Amateurbereich bis hin in den (semi)professionellen Bereich kommen heute überwiegend Filme im Kleinbild- und Mittelformat zum Einsatz.

Großbild: 18 X 24 cm
Mittelformate: 7 x 7 / 6 x 6 / 4,5 x 6 cm
Kleinbildformat: 36 x 24 mm
APS: 17 x 30 mm, was in etwa auch der Chipgröße gängiger digitaler Spiegelreflexkameras entspricht.

Für das Kleinbildformat sprechen vor allem die:

  • unterschiedlichsten Filmmaterialien, vom Infrarotfilm über Schwarzweißfilme bis hin zu hoch empfindlichen Farbfilmen als Negativ- oder Positivfilm
  • und die günstigen Kosten

Das Kleinbildformat ist ein echter Allrounder, der selbst Vergrößerungen bis 40 x 60 cm in ausgezeichneter Qualität ermöglicht. Hinzukommen die handlichen Kameras und Objektive, die vor allem in der Reisefotografie und im Reportageeinsatz schnell und unkompliziert gehandhabt werden können.

Durch die immer geringer werdenden Preise für Digitalkameras, auch speziell im Segment der digitalen Spiegelreflexkameras, droht den Kleinbildkameras der Untergang. Einige Hersteller haben bereits die Herstellung analoger Kameras eingestellt. Auch das Angebot an Kleinbildfilmen sinkt bei ständig steigenden Preisen.

Wer höchste Ansprüche an Qualität stellt und auch extreme Vergrößerungen benötigt, greift dann zum Mittelformat.

Doch auch im Mittelformat bahnt sich die selbe Entwicklung an wie bei den Kleinbildkameras - nur auf einem deutlich höheren Preisniveau.

Digitale Megapixelklassen

Die digitale Fotowelt stellt für jeden Anwendungszweck Kameras mit den entsprechenden Megapixeln zur Verfügung.

Noch vor Kurzem galten Spiegelreflexkameras mit 6 Megapixel als das Maß der Dinge. Zwischenzeitlich bietet nicht nur diese Kameraklasse Auflösungen von 10 Megapixel und mehr. Selbst Einsteigerkameras der Consumerklasse bereits mehr als 6 Megapixel an - Tendenz steigend.

Ob dies wirklich gut in sinvoll ist, sei dahingestellt. Welche Probleme damit einhergehen, könnt Ihr in den nächsten Kapiteln nachlesen.

Die Pixelanzahl in den einzelnen Megapixelklassen schwanken zwar teilweise von Hersteller zu Hersteller, sind aber aufgrund der geringen Differenzen zu vernachlässigen.