Ein weiterer Eingriff am Gehäuse, das ich immer wieder einmal betätigte, war die Auswahl des Autofokusmeßpunktes um Motive außerhalb der Suchermitte platzieren zu können. Weitere Eingriffe (außer dem Einschalter, dem Auslöser und dem Zoomrad für das Weitwinkel-Zoom) am Gehäuse sind zwar "nice to have", aber nicht wirklich unbedingt nötig.
Durch die nach der Aufnahme angezeigten Belichtungsdaten ist es auch einfach die Blitzlichtdosierung vorzunehmen. Da mein Subtronic-Blitz die E-TTL-Belichtungsmessung von Canon nicht beherrscht, ist manuelles blitzen angesagt. Hierbei hat sich gezeigt, daß der CMOS-Sensor wesentlich effektiver mit dem zusätzlichen Licht umgeht, als dies der herkömmliche Kleinbildfilm vermag. Hatte ich bislang beim manuellen Blitzen in der Regel mit Blitzleistungsstufen zwischen 1/2 bis 1/8-tel gearbeitet, so konnte nun die Blitzleistung nochmals um ein paar Blendenstufen reduziert werden, so daß die maximale Blitzleistung die ich mit der D60 benötigte bei 1/8-tel Leistung lag und ich sogar oftmals bis hinunter auf 1/64-tel Leistung regulieren mußte. Damit sind auch geblitzte Serienaufnahmen möglich, da die Blitzkondensatoren stets genug Power bereit halten.
Als Fazit läßt sich sagen, daß die Digitaltechnik die Unterwasserfotografie stark vereinfacht. Die nach manchem Uralub aufgetretene Enttäuschung, daß das eine oder andere Bild (oder auch der ganze Film) falsch belichtet wurde entfällt - allerdings auch die Vorfreude auf die Bilder bei Abgabe des Films zur Entwicklung ;-).
Nachdem sich die ersten Versuche im Hallenbad aufgrund ungünstiger Belichtungsverhältnisse als nicht gerade einfach zu nennen erwiesen haben, hat das Fotografieren im Freigewässer gezeigt, daß die D60 ein gutmütig und einfach zu handhabendes "Arbeitstier" ist.
Ich habe die Kamera so konfiguriert, daß nach jeder Aufnahme das Bild mit den zugehörigen Belichtungsinformationen und Histogrammanzeige angezeigt und gehalten wird. Somit ergibt sich die Möglichkeit, die Belichtung sofort nach der Aufnahme zu kontrollieren und die Einstellungen zu verändern ohne erst in den Wiedergabemodus zu schalten. Die Akkukapazität ist ausreichend um selbst 2 Tauchgänge mit dauerhafter Anzeige durchzuführen.
Auf die Programmautomatiken habe ich mich erst gar nicht verlassen, sondern die Belichtung wie mit meiner "alten LX" rein manuell vorgenommen. Wie bereits bei meinen Ausführungen zum Gehäuse erwähnt, kann man sich das Umschalten am Programmwahlrad auf irgend ein Automatikprogramm sparen, da von außen nicht ersichtlich ist, auf welchem Programm das Wahlrad nun gerade steht. Der große Vorteil, den die digitale Technik nun mal bietet ist der, daß die per "Bauchgefühl" manuell vorgenommenen Einstellungen sofort unter Wasser kontrollierbar sind und nicht erst der Film entwickelt werden muß um zu sehen, ob die Belichtungsdaten auch stimmen. Korrekturen lassen sich einfach und schnell mit dem vorderen Einstellrad und dem hinteren Daumenrad vornehmen.