Die grundlegenden Einstellungen zur Belichtung werden über das Programmwahlrad vorgenommen.
Die gewählte Einstellung wird weder auf dem Display, noch im Sucher eingespiegelt. Beim Einsatz der Kamera im Unterwassergehäuse ist dies eine Schwachstelle, der ansonsten guten Anzeige der Kameraparamter. Die gewählte Einstellung wird lediglich in den Informationen zur getätigten Aufnahme angezeigt.

Canon unterscheidet zwischen zwei - genau genommen eigentlich drei - verschiedenen Programmgruppen.

Grundprogramme / Motivprogramme:   Kreativprogramme:
Nachtaufnahme Vollautomatik Programmautomatik
Sport Blendenautomatik
Nahaufnahme Zeitautomatik
Landschaft Manuelle Belichtung
Portrait Schärfentiefenautomatik

Die Grundprogramme beinhalten die von Canon vorgegebenen Parameter hinsichtlich der Belichtung. Im Gegensatz zu den einfacheren Kameras (bis hin zur Canon G2) kann jedoch auch in diesen Programmen die Bildqualität bis hin zum RAW-Format eingestellt werden. Die Belichtung wird automatisch mit einer Mehrfeldmessung und automatischem Weißabgleich vorgenommen. Die AF-Meßfeldwahl kann nicht manuell eingestellt werden.

Unterschiede ergeben sich aufgrund der vorgegebenen Parameter:

Programm Betriebsart AF-Art Blitzlicht Verschlußzeit Blendenöffnung
Einzelbild AI Focus AF auto best mögliche Zeit/Blendenkombination
Serienbild One-Shot AF auto schnell groß
Einzelbild One-Shot AF nein lang klein
Einzelbild One-Shot AF auto lang klein
Serienbild AI Servo AF nein schnell groß
Einzelbild One-Shot AF ja lang klein

Die Kreativprogramme unterscheiden sich von den Grundprogrammen dahingehend, daß sämtliche Aufnahmeparameter manuell ausgewählt werden können und sich das (integrierte) Blitzlicht nicht automatisch zuschaltet. Ausnahme hierzu ist das Programm Schärfentiefenautomatik, das grundsätzlich One-Shot-AF und die automatische Meßfeldwahl einschaltet.

Programmautomatik:

Die Programmautomatik ähnelt der Vollautomatik, da auch hier die kamerinterne Logik versucht, die best mögliche Zeit/Blendenkombination zu verwenden. Im Gegensatz zur Vollautomatik kann jedoch diese Logik über eine Programmverschiebung zugunsten einer längeren Verschlußzeit oder größeren Blendenöffnung verändert ohne daß sich an der grundsätzlichen Belichtung etwas ändert. Dies ist allerdings unter Verwendung eines Blitzlichtgerätes nicht möglich.

Blendenautomatik:

Wenn die Verschlußzeit der ausschlaggebende Parameter sein soll wird von der Kamera automatisch die entsprechende Blende gewählt. Droht eine Über-/Unterbelichtung blinkt die Blendenzahl.
Die Verschlußzeit kann in 1/2 Blendenstufen verändert werden. Über die Individualfunktionen kann dieses Verhalten auf 1/3 Blendenstufen geändert werden.

Zeitautomatik:

Im Gegensatz zur Blendenautomatik steht die Zeitautomatik, bei der eine bestimmte Blende zur Regelung der Schärfentiefe eingestellt werden kann. Die Kamera wählt automatisch die dazu gehördende Zeit aus. Droht eine Über-/Unterbelichtung blinkt die Verschlußzeit.
Die Blende kann in 1/2 Blendenstufen verändert werden. Über die Individualfunktionen kann dieses Verhalten auf 1/3 Blendenstufen geändert werden.
Mittels der Abblendtaste kann die Schärfentiefe überprüft werden. Diese Kontrolle steht in allen Krativprogrammen zur Verfügung.

Manuell:

Sowohl Blende als auch Verschlußzeit können in dieser Einstellung manuell gewählt werden. Über das Einstellrad wird hierbei die Verschlußzeit und über das Daumenrad die Blende eingestellt. Im Sucher und im Display kann die korrekte Belichtung über die Belichtungsstufenanzeige kontrolliert werden, die bis +/- 2 Blenden die Abweichung gegenüber einer korrekten Belichtung anzeigt. Ist die Über-/Unterbelichtung größer als zwei Blenden, blinkt das Symbol unterhalb der Anzeige. In dieser Einstellung ist die generelle Belichtungskorrekturfuntkion (siehe unten) nicht aktiv.

A-DEP:

In dieser Einstellung versucht die Kamera die größt mögliche Schärfentiefe zu erreichen.

Belichtungskorrektur:

Über das Daumenrad mit halb gedrücktem Auslöser läßt sich eine generelle Belichtungskorrektur der Kamera um +/- 2 Blendenstufen einstellen um so bewußt eine Über-/Unterbelichtung der Bilder zu erreichen. Der vorgenommene Belichtungskorrekturwert bleibt auch nach Ausschalten der Kamera erhalten und muß wieder manuell zurückgestellt werden. Die Belichtungskorrekturwerte lassen sich in 1/2 Blendenstufen einstellen. Über die Individualfunktionen kann dieses Verhalten auf 1/3 Blendenstufen geändert werden.
In Verbindung mit der Belichtungskorrektur kann zusätzlich die Belichtungsreihenautomatik im Menü (siehe AEB) eingeschaltet werden.

 

Belichtungsarten

Zur Ermittlung der Belichtung können folgende Meßverfahren verwendet werden:

  • Mehrfeldmessung
  • Selektivmessung
  • Mittenbetonte Messung

Mehrfeldmessung

Der Sucherbereich ist in 35 Meßfelder mit drei AF-Meßfeldern eingeteilt. Je nach Postion, Größe und Helligkeit des Hauptmotivs, wird die Belichtung im Bereich das aktiven AF-Meßfeldes zur korrekten Belichtung herangezogen. Diese Einstellung ist für die meisten Aufnahmesituationen ausreichend.

Selektivmessung

Um das mittlere AF-Meßfeld wird in einem Bereich von ca. 9,5% der Einstellscheibe die Belichtung ermittelt.

Mittenbetonte Messung

Es wird eine durchschnittliche Belichtung bezogen auf die gesammte Einstellscheibe ermittelt, wobei die Bildmitte verstärkt zur Ermittlung der Belichtungswerte herangezogen wird.

Meßwertspeicherung

Soll nach der Belichtungsermittlung der Bildausschnitt ohne Änderung der Belichtungswerte verändert werden, so können die Belichtungswerte gespeichert werden. Dies empfiehlt sich insbesondere bei der Selektivmessung, bei der z.B. das Gesicht einer Person im Gegenlicht gezielt ausgemessen, und die Person dann mit einem geänderten Aufnahmestandpunkt bzw. Bildausschnitt fotografiert werden kann.

Die Meßwertspeicherung kann entweder über die entsprechende Taste unterhalb des LCD-Displays vorgenommen werden oder indem man den Auslöser halb gedrückt hält.